Zwei Tage nach dem Absturz eines französischen Kampfflugzeugs in Lothringen herrscht traurige Gewissheit: Weder der Pilot noch sein Waffensystemoffizier haben das Unglück überlebt. Die Staatsanwaltschaft Metz bestätigte am Donnerstag beide Todesfälle, die endgültige Identifizierung per DNA-Analyse läuft noch.

Die zweisitzige Mirage 2000D der Staffel 2/3 „Champagne“ war am Dienstagabend gegen 22.40 Uhr in einem Waldstück nahe der Gemeinde Rogéville zerschellt, rund 20 Kilometer nordwestlich von Nancy. Die Crew befand sich auf dem Rückflug von einer nächtlichen Übungsmission zum Stützpunkt Nancy-Ochey. Im Instrumentenanflug brach plötzlich der Funk- und Radarkontakt ab. Ein Notsignal wurde nicht abgesetzt, einen Versuch, sich mit dem Schleudersitz zu retten, gab es nach Angaben der Luftwaffe ebenfalls nicht.

Anwohner berichteten von einem lauten Knall und einem Feuerball am Himmel. Nebel und heftiges Wetter erschwerten die nächtliche Suche; erst eine Drohne entdeckte die Trümmer, später konnte auch ein Hubschrauber der Gendarmerie aufsteigen.

Verteidigungsministerin Catherine Vautrin nannte die Namen der Toten: Oberstleutnant Antranig Sarkissian, 44, war ein erfahrener Navigator mit 2.200 Flugstunden und 55 Kampfeinsätzen, unter anderem in Afghanistan, Mali und dem Tschad. Leutnant Quentin Klysz, 27, hatte 450 Flugstunden absolviert und befand sich mitten in seiner Qualifikation zum einsatzfähigen Kampfpiloten.

Warum die Maschine abstürzte, sollen nun eine militärische Unfalluntersuchung und ein Ermittlungsverfahren der Justiz klären. Der Kommandeur des Stützpunkts warnte vor voreiligen Schlüssen. Der Jet war erst kürzlich modernisiert worden; das Programm zur Halbzeit-Renovierung der Mirage-2000D-Flotte war im Juni abgeschlossen worden.

Für Nancy-Ochey ist es nicht das erste Unglück dieser Art. Bereits im Januar 2019 kamen beim Absturz einer Mirage 2000D im Jura beide Besatzungsmitglieder ums Leben.

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