Wer Street Fighter, Monster Hunter oder Resident Evil online spielt, sollte in den nächsten Wochen besonders genau in sein Postfach schauen. Der japanische Spielehersteller Capcom hat eingeräumt, dass Unbekannte auf Daten seines Kontosystems Capcom ID zugegriffen haben. Betroffen sind weltweit 11.774.247 Datensätze.
Abgeflossen sind vor allem E-Mail-Adressen samt technischen Angaben: wann ein Konto angelegt wurde, wann und wie oft sich jemand eingeloggt hat und mit welcher IP-Adresse zuletzt. Bei 43 Datensätzen kamen Geburtsdatum, Geschlecht, Land und Spitzname hinzu. In 196 Fällen änderten die Angreifer sogar die Passwörter; diese Konten wurden inzwischen zurückgesetzt. Laut Capcom gibt es keine Hinweise, dass von Kunden selbst gewählte Kennwörter erbeutet wurden. Kreditkartendaten seien nicht betroffen.
Bemerkt hatte das Unternehmen den Einbruch am 19. Oktober und den Zugang noch am selben Tag gesperrt. Es folgten ein interner Krisenstab und am 21. Oktober Meldungen an die Polizei in Osaka sowie an die japanische Datenschutzbehörde. Die Dienste rund um Capcom ID laufen weiter, Spiele lassen sich normal starten.
Die eigentliche Gefahr liegt nach Einschätzung des Konzerns woanders: Kriminelle könnten die Adressen für gefälschte Nachrichten nutzen, die angeblich von Capcom stammen. Das Unternehmen rät, in verdächtigen Mails keine Links anzuklicken und keine Anhänge zu öffnen. Betroffene sollen direkt benachrichtigt werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, ändert sein Passwort trotzdem.
Capcom ist kein Einzelfall. Am selben Tag meldete auch der Internetdienstleister GMO Internet einen möglichen Datenabfluss – der jüngste Fall in einer ganzen Serie von Cyberattacken auf japanische Firmen.
