Im Südpazifik kommt der Meeresboden nicht zur Ruhe. Vor der Nordküste des Inselstaats Vanuatu hat am Samstag ein Beben der Stärke 6,9 die Region erschüttert, nur vier Minuten später folgte ein zweiter Erdstoß mit 6,3. Das Zentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS rund 200 Kilometer westnordwestlich von Port-Olry, einem Dorf auf der Hauptinsel Espiritu Santo, in nur etwa zehn Kilometern Tiefe.

Zunächst war sogar von Stärke 7,2 die Rede. Das Pazifische Tsunami-Warnzentrum warnte deshalb vor gefährlichen Wellen für Küsten im Umkreis von 300 Kilometern. Die Entwarnung kam am Nachmittag: Messungen des Meeresspiegels zeigten laut der Geologiebehörde Vanuatus keine Gefahr mehr für die Küstengemeinden. Australien war zu keinem Zeitpunkt betroffen.

Ruhig wurde es danach trotzdem nicht. Bis in die Nacht registrierten die Seismografen mehr als 20 weitere Beben, viele davon jenseits der Stärke 5. Allein innerhalb einer Viertelstunde am frühen Abend bebte die Erde dreimal mit Werten zwischen 5,3 und 5,8, kurz vor 22 Uhr Ortszeit folgte noch ein Stoß der Stärke 5,9.

Berichte über größere Schäden oder Verletzte gab es zunächst nicht. Wie es in den abgelegenen Siedlungen nahe dem Epizentrum aussieht, ließ sich allerdings noch nicht unabhängig überprüfen.

Für die Menschen auf Vanuatu sind Erdstöße Alltag: Der Archipel mit seinen gut 80 Inseln liegt auf dem pazifischen Feuerring, wo mehrere Erdplatten aufeinandertreffen. Dennoch fällt die Häufung auf. Schon am Dienstag hatte ein starkes Beben dieselbe Region getroffen, damals ebenfalls ohne Tsunami. Fachleute beobachten nun, ob sich die Serie abschwächt oder ob die Spannungen im Untergrund noch nicht abgebaut sind.

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