Seit knapp drei Wochen kommt Portugal nicht zur Ruhe – und am Samstag hat die Bewegung gegen hohe Mieten noch einmal an Wucht gewonnen. In Lissabon zogen Tausende vom Marquês de Pombal über die Avenida da Liberdade bis zum Rossio, dem zentralen Platz der Altstadt. Die Veranstalter sprachen von 25.000 Teilnehmenden. Auf den Schildern standen Sätze wie „Wohnen ist ein Recht“, im Sprechchor wurde „eine Arbeit und ein Haus zum Leben“ gefordert.

Kaum war der Zug angekommen, bauten Demonstrierende Zelte auf. Genau diese Zeltlager sind der Streitpunkt mit der Polizei: Die PSP kündigte an, ein Übernachten auf dem Rossio nicht zu dulden. Bereits in der Woche zuvor hatten Beamte ein Camp in Lissabon geräumt, dabei wurden 55 Menschen festgenommen.

In Porto führte der Marsch von der Praça da Batalha zur Praça D. João I. Dort stimmte eine Volksversammlung am Abend dafür, die Zelte erneut aufzustellen. Von dort ging der Protest auch aus: Mitte Oktober hatte die Polizei ein erstes Camp aufgelöst, nach Angaben der Aktivisten wurden mehr als 30 Menschen verletzt. Der Einsatz wirkte wie ein Brandbeschleuniger.

Kleinere Kundgebungen gab es in Coimbra mit rund 200 Teilnehmenden, in Faro mit etwa hundert sowie in Aveiro und Braga. In Coimbra standen Papp-Zelte als Symbol für fehlende Alternativen auf dem Platz.

Die Forderungen sind konkret: Die geplante Reform des Mietrechts, von Kritikern „Räumungsgesetz“ genannt, soll fallen. Außerdem verlangen die Gruppen Mietobergrenzen, ein Ende von Zwangsräumungen ohne Ersatzwohnung, ein Kaufverbot für Immobilienfonds und die Sanierung leerstehender Häuser. Die Regierung von Premier Luís Montenegro steht damit vor einem Problem, das in mehreren Wahlkämpfen versprochen und nie gelöst wurde. Die Organisatoren wollen auf der Straße bleiben, bis sie eine Antwort bekommen.

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