Im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat ein Versuch begonnen, auf den Ärzte seit Monaten warten. In Bunia wurde am 23. Oktober die erste Person im Rahmen der Studie „Tumaini“ geimpft – das Wort bedeutet auf Suaheli „Hoffnung“. Ziel ist es, endlich einen Impfstoff gegen das Bundibugyo-Virus zu finden. Gegen diese Ebola-Variante gibt es bislang kein zugelassenes Vakzin.

Wie dringend das ist, zeigen die Zahlen. Der Kongo erlebt den größten jemals registrierten Bundibugyo-Ausbruch und die zweitgrößte Ebola-Epidemie überhaupt. Seit der offiziellen Erklärung am 15. Mai wurden bis zum 21. Oktober 9.552 Fälle und 4.602 Todesfälle bestätigt. Die WHO stuft die Lage als gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite ein.

Den Anfang macht Ervebo, ein Impfstoff, der bereits gegen das klassische Zaire-Ebolavirus zugelassen ist. Ob er auch vor dem verwandten Bundibugyo-Erreger schützt, soll die Studie klären. Bald sollen zwei speziell entwickelte Kandidaten hinzukommen: einer von Moderna und einer der Universität Oxford gemeinsam mit dem Serum Institute of India, beide von der Impfstoff-Allianz CEPI finanziert.

Methodisch setzen die Forschenden auf eine sogenannte Ringimpfung. Geimpft werden Kontaktpersonen von bestätigten Fällen, also genau jene Menschen, die das höchste Ansteckungsrisiko tragen. Weil mehrere Kandidaten innerhalb desselben Studienrahmens parallel geprüft werden, spart das in einem laufenden Ausbruch wertvolle Zeit. Laut Studienregister sind rund 3.620 Teilnehmende geplant, abgeschlossen sein soll die Untersuchung im Juni 2027.

Geleitet wird „Tumaini“ vom kongolesischen Forschungsinstitut INRB und der Universität Antwerpen, unterstützt unter anderem von WHO, Africa CDC, Ärzte ohne Grenzen und dem Antwerpener Institut für Tropenmedizin. Hauptprüfer Hugo Kavunga sprach von einem „wichtigen Meilenstein“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert