Er streifte die Insel nur, und doch hat Taifun Champi in Taiwan tiefe Spuren hinterlassen. Meteorologen haben das System inzwischen zum stärksten Sturm des Jahres 2026 erklärt: In der vergangenen Woche erreichte er Dauerwinde von rund 300 Kilometern pro Stunde.

Ungewöhnlich war vor allem seine Bahn. Champi näherte sich von Osten, kam der Nordostküste bis auf etwa einen Kilometer nahe, ohne an Land zu gehen, drehte vor dem Landkreis Yilan nach Süden ab, beschrieb eine Schleife über dem Meer und zog erst dann nach Norden weiter. In Küstenorten wurden Böen von etwa 227 km/h gemessen. Ein Rentner aus Yilan sprach von einer „schlaflosen Nacht“, wie er sie noch nie erlebt habe.

Am meisten Regen fiel ebenfalls dort: 650 Millimeter zwischen Donnerstag und Samstagnachmittag. Taoyuan und Hsinchu meldeten jeweils mehr als 500 Millimeter, die Hauptstadt Taipeh knapp 470. Das zentrale Katastrophenzentrum zählte ein Todesopfer – einen Mann, den die Brandung auf der kleinen Insel Liuqiu vor Pingtung ins Meer riss – und 616 Verletzte, die meisten mit Schürfwunden und Prellungen.

Insgesamt gingen 9.027 Schadensmeldungen ein, darunter 3.287 umgestürzte Bäume, allein 1.282 davon in Taipeh. Zeitweise saßen mehr als 340.000 Haushalte ohne Strom, rund 4.960 Menschen wurden vorsorglich wegen Erdrutschgefahr in Sicherheit gebracht. Am Freitag fielen fast 1.000 Flüge aus.

Inzwischen ist Champi zu einem tropischen Sturm abgeschwächt und verliert südwestlich der japanischen Hauptinseln weiter an Kraft. Ruhe herrscht deshalb nicht überall: Über dem Golf von Bengalen hat sich der Zyklon Arnab gebildet, der bis Mittwoch die Küste von Andhra Pradesh und Odisha in Indien erreichen soll. Und in Griechenland warnt der Wetterdienst zum vierten Mal in diesem Oktober vor Überschwemmungen.

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