Er saß am Steuerpult der Enterprise und behauptete gern, eigentlich sei alles in Russland erfunden worden: Walter Koenig hat als Fähnrich Pavel Chekov Fernsehgeschichte geschrieben. Nun ist der Schauspieler im Alter von 90 Jahren gestorben. Laut seinen Vertretern schlief er am Sonntagabend in seinem Haus in North Hollywood ein, an Altersschwäche, im Beisein seiner Tochter und seiner Nichte.

Koenig kam in Chicago als Sohn jüdischer Einwanderer aus der früheren Sowjetunion zur Welt und wuchs in New York auf. Zunächst studierte er Psychologie an der UCLA, ehe ihn ein Professor zur Bühne drängte. An der Neighborhood Playhouse School lernte er mit späteren Stars wie James Caan und Christopher Lloyd.

1967, in der zweiten Staffel, kam der junge Russe mit der Pilzkopf-Frisur an Bord. Die Figur sollte jüngere Zuschauer ansprechen; das Studio verkaufte sie zudem als Antwort auf Kritik der Prawda, wonach im Weltall kein Russe mitfliege – eine Geschichte, die Koenig später bestritt. Mitten im Kalten Krieg passte Chekov perfekt zur Vision einer Menschheit, die gemeinsam zu den Sternen reist.

In den Kinofilmen bekam er mehr Raum, vor allem in „Der Zorn des Khan“. Insgesamt spielte er Chekov in sieben Filmen, zuletzt kurz in „Treffen der Generationen“. In den Neunzigern überraschte er Fans als eiskalter Telepath Alfred Bester in „Babylon 5“. Er schrieb Bücher und eine Folge der Zeichentrickserie, und noch 2026 gewann er für den Kurzfilm „Mr Fleischmann“ einen Darstellerpreis.

Privat musste er schwere Verluste tragen: 2010 nahm sich sein Sohn Andrew das Leben, 2022 starb seine Frau Judy Levitt. George Takei, der einstige Sulu, verabschiedete sich mit den Worten: „Walter war mehr als Chekov.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert